Storytelling in Kurzform: Florian Meimberg im 140-Zeichen-Interview
Florian Meimberg kann sich kurzfassen. Er ist der Erfinder der Tiny Tales und Micro Movies.

Storytelling in Kurzform: Florian Meimberg im 140-Zeichen-Interview

Der Erfinder der Tiny Tales über die Kraft von Storytelling und die Geschichte seines Lebens.

Als ich Florian Meimberg das erste Mal sah, saß er bei Stefan Raab im Studio und ich auf der Couch vor dem Fernseher. Damals promotete er sein Buch „Auf die Länge kommt es an – Tiny Tales. Sehr kurze Geschichten.“ Darin erzählt er in jeweils 140-Zeichen viele kleine Stories. Das ist nicht nur Storytelling in Kurzform, sondern auch ein guter Grund für ein 140-Zeichen-Interview.

Vor allem auf Social Media funktionieren die Häppchen des Regisseurs hervorragend. Für sein Projekt Tiny Tales hat er bereits den Grimmepreis erhalten. Rund 16.700 Menschen folgen ihm auf Twitter. Vor wenigen Wochen hat er vier seiner 140-Zeichen-Geschichten verfilmt. Diese Micro Movies dauern kaum eine Minute und erzählen doch weit mehr, als darin zu sehen ist. Ich war davon so angetan, dass ich auf LinkedIn gleich einen Beitrag dazu verfasste.

Bevor es Florian Meimberg zum Film zog, arbeitete er rund zwölf Jahre lang als Art Director und Creative Director für verschiedene Werbeagenturen. Der 43-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Düsseldorf. Dennoch habe ich es mir als Kölner (mehr zur Rivalität zwischen den beiden Rheinmetropolen) nicht nehmen lassen, mit ihm über Storytelling in Kurzform zu sprechen: Florian Meimberg im 140-Zeichen-Interview. Keiner seiner 14 Antworten durfte länger sein.

Storytelling in Kurzform: Florian Meimberg im 140-Zeichen-Interview

Wie bist du auf die Idee gekommen, Geschichten in 140 Zeichen zu verfassen?
Das war eine Bierlaune. Ich habe damals als Kreativdirektor gearbeitet und nach neuen Formen gesucht für Storytelling in Social Media. 

Wie viele persönliche Erlebnisse stecken in deinen Tiny Tales?
Wie bei allen Geschichten fließt immer das Leben des Autors mit ein. In welchen Tales, überlasse ich deiner Phantasie. 

Warum hast du genau diese vier Kurzgeschichten verfilmt?
Ich wollte eine möglichst große Bandbreite an Genres erzählen. Mit Twists am Schluss, die gut verfilmbar sind.

Filmplakat – Vier Bilder Flur, Frau, Mann, Frau in Nahaufnahme
Vier Kurzgeschichten: Jedes Bild steht für einen Micro Movie.

Warum entspricht es deiner Natur dich kurzzufassen?
Als Regisseur drehe ich hauptsächlich Werbespots. Auch in einem 30-Sekünder muss man sich erzählerisch beeilen.

Wo siehst du die Stärken von Geschichten?
Eine gute Geschichte erzählt mehr, als nur das geschriebene Wort. Große Geschichten sind universell.

Was zeichnet deine Vorbilder aus?
Die Kunst, Geschichten zu erzählen. Stephen King. Christopher Vogler. Christopher Nolan.

Schnaufend stemmte sich Gerald auf den lehmigen Vorsprung und kletterte ins Freie. Alles sah aus wie früher. Nebel kroch über den Friedhof.

Florian Meimberg, Tiny Tale auf Twitter

Was gefällt dir an deinem Lieblingsfilm so gut?
„Back to the Future“ ist eine große Geschichte, bevölkert mit toll geschriebenen universellen Archetypen. 

Über welche Themen plauderst du gerne ohne Zeichenbegrenzung?
Film. Kreativität. Reisen in ferne Länder.

Beschreibe einen Tag im Leben von Florian Meimberg.
Sehr verschieden. Heute hier in Kapstadt: Technical location recce, Art Department Meeting, Fitting der Schauspieler.

Florian Meimberg – Kopf nach rechts gedreht
Florian Meimberg weiß um die Kraft packender Stories.

Welche ist deine liebste Tiny Tale?
Sie malte ein Minuszeichen vor die Umsatzprognose. Dann klappte sie das Flipchart wieder zu und schob ihren Putzwagen aus dem Konferenzraum. 

Wie lautet die Geschichte deines Lebens?
Junge bereist staunend den Planeten, heiratet die Frau seiner Träume und dreht sehr kurze Filme. Ende weiß ich noch nicht.

Welche Tiny Tale würdest du gerne mal über dich lesen?
„Florian Meimberg!“. Die Stimme echote durch den weitläufigen Saal, als der Jubel aufbrandete. Das Dolby Theatre bebte.

Welche Tiny Tale fällt dir zu mir ein?
Zitternd starrte René auf das kleine blaue Buch. Vorsichtig schlug er Kapitel 1 auf. Dann geschah es. 

Welches blaue Buch mag er wohl gemeint haben 😉 Lieben Dank an Florian Meimberg, der sich trotz seiner Arbeiten in Kapstadt die Zeit für dieses Kurz-Interview genommen hat.

Ich hoffe, ich konnte dich damit inspirieren, Geschichten auch in deinem Business zu nutzen. Viel Spaß beim Entwickeln deiner Geschichte und wenn du Hilfe brauchst, ich helfe dir gern.