Geschichten im Business: Was Greta Thunberg mit Storytelling zu tun hat
Greta Thunberg ist gelungen, was Skandale und Fakten nicht geschafft haben.

Geschichten im Business: Was Greta Thunberg mit Storytelling zu tun hat

Und wie Unternehmen dadurch ihre Kommunikations-Strategie verbessern können.

Meine Freundin hat letzte Woche Müllbeutel für unseren Windeleimer gekauft, die sich angeblich zu 100 Prozent abbauen. Ich habe seit einiger Zeit meinen Fleischkonsum erheblich reduziert und mein Auto vor mehr als einem Jahr verkauft. Warum? Das erkläre ich in diesem Artikel. Zudem verrate ich euch, wie Geschichten im Business wirken und was Greta Thunberg mit Storytelling zu tun hat.

Seit vielen Jahren werfen Umweltschützer und Medien dem Trinkwasser-Produzenten Nestlé vor, durch das Anzapfen der Quellen den Menschen vor Ort das Wasser wegzunehmen. Der Konzern kauft dabei Rechte vom Staat und darf damit Wasser direkt aus dem Grundwasser abpumpen. Nachdem das Unternehmen anfangs alle Vorwürfe abgestritten hatte, hat es schließlich Geld in neue Brunnen investiert, die die Bevölkerung kostenlos nutzen darf.

Natürlich haben diese Vorwürfe dem Image des Konzerns geschadet und vereinzelt verzichten Menschen ganz bewusst darauf, Produkte von Nestlé zu kaufen. Wirtschaftlich hat sich der Skandal allerdings kaum ausgewirkt. Der Umsatz von Wasserprodukten ist seit Jahren konstant. 2010 lag er bei rund 6,6 Milliarden Euro, 2018 setzte das Unternehmen etwa 6,7 Milliarden Euro um.

Ein Skandal schafft noch keine Diskussion

Bei Volkswagen lief es noch besser: Auf Druck der US-Umweltbehörden gab der Autobauer im September 2015 zu, in seine Diesel-Fahrzeuge eine illegale Software eingebaut zu haben. Diese reduzierte auf dem Prüfstand die Schadstoffe, im normalen Verkehr jedoch war der Ausstoß viel höher. Weltweit sind mindestens elf Millionen Autos betroffen. Die meisten davon in Europa.

Und das Resultat: Volkswagen steigerte 2018 trotz des Dieselskandals den Umsatz und den Gewinn. Das gerade beendete dritte Quartal 2019 lief ebenfalls blendend. Lediglich Konzerntochter Audi blieb hinter den Erwartungen zurück. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigerte VW seinen Gewinn von rund 2,7 Milliarden auf knapp 3,8 Milliarden Euro und den Umsatz um 6,9 Prozent auf 186,6 Milliarden Euro.

Trotz dieser und anderer Skandale entwickelte sich keine nachhaltige und vor allem breite Diskussion in der deutschen Bevölkerung. Es gab kein Umdenken. Beide Skandale wurden als Einzelfälle abgetan. Und dann kam Greta Thunberg.

Wie Unternehmen ihre Kommunikations-Strategie verbessern können

Tankpistole steckt in Auto – Dieselskandal
Der Dieselskandal löste keine breite Diskussion in der Öffentlichkeit aus – zumindest nicht über den Umweltschutz.

Am 20. August 2018 protestierte die damals 15-jährige Schwedin zum ersten Mal vor dem Parlament in Stockholm für mehr Klimaschutz. In ihren Händen hielt sie ein selbstgemaltes Schild mit der Aufschrift „Schulstreik fürs Klima“. Ihr Bild ging um die Welt. Nach und nach schlossen sich immer mehr Schüler und schließlich auch ältere Menschen ihrem Protest an.

Die Bewegung „Fridays for Future“ hat in Deutschland mittlerweile Tausende Anhänger und bestimmt den öffentlichen Diskurs. Was Skandale und Fakten all die Jahre nicht geschafft haben, hat das kleine Mädchen mit ihrer klaren Sprache und Haltung innerhalb eines Jahres geschafft: Der Klimawandel ist zu einem zentralen Thema in der öffentlichen Debatte geworden. Nicht nur die Politik beschäftigt sich zunehmend mehr mit der Frage, was wir konkret ändern können, um unsere Ressourcen zu schonen. Umweltschutz ist in der breiten Masse angekommen. In der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis sowie in der Kneipe wird heiß diskutiert.

Vor allem in den „sozialen“ Medien muss die heute 16-Jährige dabei viele Spott- und Hass-Kommentare einstecken. Greta Thunberg ist für die einen eine Art Messias, für die anderen die personifizierte Spaßbremse. Sie polarisiert, weil sie klare Kante für und damit gegen etwas zeigt.

Geschichten im Business: Was Greta Thunberg mit Storytelling zu tun hat

Wie passt das mit Geschichten im Business zusammen? Und was hat Greta Thunberg mit Storytelling zu tun? Sie ist das beste Beispiel dafür, dass wir einen Helden brauchen. Geschichten leben von Emotionen – und ohne Menschen gibt es keine Gefühle. Das kleine Mädchen verkörpert den Einsatz für die Umwelt in ihrer Person. Sie kämpft, leidet, kassiert Rückschläge und wird dann wieder von Medien und Politikern auf Händen getragen. Greta sagt uns nichts neues. Wir wissen seit Jahren, wie schlecht es um unsere Erde steht. Bereits 2010 entdeckten Forscher im Atlantik ein riesiges Feld aus Plastikmüll. Doch heute diskutieren wir darüber. Das kleine Mädchen hat das Problem aus der Faktenecke – und somit von den Köpfen in die Herzen getragen.

Dein Unternehmen kann noch so großartige Produkte und Dienstleistungen anbieten, wenn du es nicht schaffst, die Emotionen deiner Kunden anzusprechen, erscheinen sie wertlos. Fakten können dabei natürlich sehr hilfreich sein, da sie unsere Aussagen unterfüttern. Wichtig ist jedoch, dass du sie verpackst. Geschichten helfen dir dabei, Zahlen und Daten zu transportieren. Nutze die Macht von Emotionen und hebe dich somit von all deinen Konkurrenten ab.

Ich muss jetzt den Müll runter bringen. Die Tüte mag sich komplett zersetzen, aber runter bringen muss ich sie von Hand.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Entwickeln deiner Geschichte und wenn du Hilfe brauchst, ich helfe dir gerne.